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Termin Informationen:

  • Mo
    20
    Nov
    2017

    Pedro Paez (Ecuador) über die konservative Restauration in Lateinamerika und die Chancen für ein alternatives Währungs- und Fi­nanzsystem

    19 UhrAuslandsgesellschaft, Steinstr. 48 (Nordausgang Hauptbahnhof, neben Cinestar)
    Vortrag mit Diskussion

    Eine Veranstaltung von: Attac Dortmund / DGB Dortmund / Nachdenktreff und AG ′Globalisierung konkret′ in der Auslandsgesellschaft

    Pedro Paez, ehemaliger Wirtschaftsminister Ecuadors und fünf Jahre Leiter der Marktaufichtsbehör­de; Beauftragter Ecuadors zur Ent­wicklung einer neuen Finanzmarktarchitektur für La­teinamerika. Der Vordenker aus Ecuador zählt zu den einflussreichsten Ökonomen Südamerikas. Mit Nobelpreis­träger Joseph Stiglitz entwickelte er Vorschläge für die Re­form des globalen Finanzsystems. Mit­glied der UNO-Expertenkommission über die Re­formierung des internationalen Wäh­rungs- und Fi­nanzsystems. Daneben war er am Schul­denaudit in Ecuador beteiligt.

    Mit großem Interesse in der ganzen Welt wurden in der Vergangenheit die vielen fortschrittlichen Ansätze einer alternativen Wirtschafts- und Sozial­politik auf dem südamerikanischen Kontinent verfolgt. Inzwischen ist Er­nüchterung eingetreten. In Argentinien und Brasilien sind erneut konser­vative Kräfte an der Macht. Auch in Peru und Paraguay sind die Linksregie­rungen abgewählt. In Venezuela steht Präsident Nicolás Maduro unter star­kem Druck der Oberschicht und der USA. Auch in Ecuador gibt es erhebli­che Unruhe innerhalb der gemäßigt linken Regierung Morenos.

    Dabei befindet sich das internationale Handels- und Finanzsystem weiter­hin in keinem guten Zu­stand. Im Gegenteil, es gibt eine wachsende Be­sorgnis bei allen Fachleuten und Regierungen dar­über, wie eine große glo­bale Krise noch zu vermeiden ist. Um so wichtiger wurden die Ansätze ei­nes alternativen Währungs- und Finanzsystems, die in Lateinamerika be­gonnen wurden, beobachtet. Durch eine gemeinsame Währung („Sucre“) und die neue internationale Banco del sur (Bank des Südens) sollte die Do­minanz des US-Dollars gebrochen werden - wie beim Bankenprojekt der BRICS-Staaten. So sollten die Manipulationen an Öl- und Goldmärkten, die Rohstoffländer wie Russland und Venezuela destabilisieren, un­terlaufen werden. Zu dem US-dominierten Freihandels­plan für Gesamt­amerika, dem ALCA, sollte ALBA, die Bolivarische Allianz für die Völker unseres Amerikas“ als Gegenprojekt aufgebaut werden.

    Die Linksregierungen in Lateinamerika wollten damit eine Abkehr von der weltweit herrschenden neoliberalen Politik eröffnen und sich mit alternati­ven Modellen und Strukturen aus der Ab­hängigkeit von den westlichen In­dustrieländern befreien. Einer der federführend dabei war, ist Pe­dro Paez.

    Wie bewertet der Referent die bisherigen Erfolge und die Chancen für Al­ternativen des Neolibera­lismus in Lateinamerika? Fragen, die ja auch die Linken in den Ländern des Nordens bewegen und deren Beantwortung Hilfestellung bei der Entwicklung von weltweiten Alternativen sind.

    Der Vortrag wird übersetzt von Kerstin Sack, Mitglied im Koordinierungskreis von Attac.