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Termin Informationen:

  • Do
    11
    Okt
    2018

    Grüne Lüge – Gegen die Ökomärchen der Konzerne

    19:30 UhrKommende, Brackeler Hellweg 144

    In der Reihe „Querdenker“ ist die Münchener Journalistin und Autorin Kathrin Hartmann zu Gast. Bekannt ist sie als scharfe Kritikerin des sogenannten Greenwashing. Hartmann übersetzt den Begriff als „Bemühen der Konzerne, ihr schmutziges Kerngeschäft hinter schönen Öko- und Sozialversprechen zu verbergen“. Der Film The Green Lie, den sie mit Werner Boote gedreht hat, sorgt seit seiner Premiere auf der Berlinade 2018 für einiges Aufsehen und gehörige Entrüstung. Ausführlicher sind die zugrunde liegenden Recherchen dokumentiert im dazu gehörenden Buch „Die grüne Lüge. Weltrettung als profitables Geschäftsmodell“. Darin heißt es: Von Flugreisen mit Ausgleichszertifikat über nachhaltiges Palmöl bis hin zu Rindfleisch von brasilianischen Wellness-Farmen bieten die Konzerne all das in grün an, was erwiesenermaßen schädlich für Mensch, Tier und Umwelt ist. Wir fragen nach:

    • Wie kommt es, das wir – die Verbraucher – so leichtgläubig auf die massenhaft genutzte Etikettierung von Konsumgütern als „öko“, „bio“, „fair“ hereinfallen? Lassen sich die grünen Fake News für Emma und Otto Normalverbraucher in der Eile des Alltags überhaupt erkennen? Bei welchen Produkten ist die Verlogenheit besonders offensichtlich? Welche Öko-Siegel sind andererseits vertrauenswürdig?

    • Welchen verschwiegenen Zusammenhang gibt es zwischen unserer Ernährungsweise und der

    europäischen Agrarindustrie einerseits sowie Landraub, Abholzungsprogrammen, Bodenerosion und Umweltverschmutzung in den Ländern des globalen Südens andererseits?

    • Ist die Rede von einem „globalen Fleischwahn“ nicht doch etwas übertrieben? Welche ökologischen Folgen hat die massenhafte Tierproduktion weltweit? Was läuft da falsch und gibt es einen Ausweg? Ist eine grundsätzliche Umstellung auf nachhaltige Fleischproduktion überhaupt möglich?

    • Der BP-Konzern galt lange als der schlimmste Umweltsünder weltweit. Inzwischen hat er jedoch viel für den Ausgleich früherer Schäden und zur Vermeidung weiter Unfälle getan. Warum wird er

    trotzdem als Paradebeispiel für Greenwashing dargestellt? Ist eine moderne Welt tatsächlich ganz ohne Erdöl-Industrie denkbar? Was spricht gegen die Biovariante Palmöl?

    • Ob Kleidung, Nahrungsmittel, Kosmetik: Können wir mit unseren Kaufentscheidungen überhaupt eine andere Richtung erzwingen? Oder zählt allein der Verzicht? Bisher scheinen die Konsumenten jedenfalls eher machtlos zu sein. Wo gibt es ungenutzte Machthebel? Welche Rolle spielen die

    zivilgesellschaftlichen Bewegungen, die aktuell in vielen Ländern wachsen?

    Kathrin Hartmann studierte Kunstgeschichte, Philosophie und Skandinavistik; sie war Politik-Redakteurin bei der Frankfurter Rundschau und beim Magazin Neon; heute lebt und arbeitet sie als freie Autorin in München. Für ihr aktuelles Buch und den Film ist sie den Versprechungen der Industrie vor Ort nachgegangen: am ölverschmierten Golf von Mexiko, in den schwindenden Regenwäldern Indonesiens, auf Rinderfarmen in Brasilien.

    Die Teilnahme am Interview-Abend mit Kathrin Hartmann ist kostenfrei.

    Zur Erleichterung unserer Vorbereitung bitten wir dringend um Anmeldung:

    telefonisch (021 206050) oder per Mail: kister@kommende-dortmund.de.