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Lucas Zeise: Euroland ist abgebrannt

— abgelegt unter:

Rosa-Luxemburg-Club Bochum

Was
  • Vortrag mit Diskussion
Wann 01.02.2012
von 19:30 bis 19:30
Wo Bahnhof Langendreer, studio 108
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Die Krise EU-Europas und der Euro-Währungsunion hat sich schlimmer und radikaler entwickelt, als selbst Pessimisten angenommen hatten.

Die auf die Interessen der deutschen Unternehmen zugeschnittene Konstruktion des Währungsunion hat diese katastrophale Entwicklung geradezu herausgefordert. Das Diktat der Finanzmärkte über die Politik war gewollt, ebenso wie der Wettbewerb der Staaten um die Gunst des großen Geldes. Kein Wunder, dass die globale Finanzkrise sich im Europa des Euro besonders verheerend auswirkt.

Das Auseinanderbrechen der Währungs­uni­on ist mittlerweile durchaus wahrscheinlich. Es wäre für die Bürger der Euro-Kernländer ein Desaster mit deutlich schlimmeren Auswirkungen auf Produktion, Beschäftigung, soziale Sicherungssysteme, Staatsfinanzen und Wohlstand als die jüngste scharfe Rezession von 2008/09. Der Euro ist nicht erhaltenswert, weil er als Projekt des Kapitals so wertvoll ist, sondern weil die Auflösung der Währungsunion noch tiefer in die Wirtschaftskrise hereinführt.

Will man die Währungsunion erhalten, müssen die grundsätzlichen Mängel der Euro-Konstruktion beseitigt werden. Nur durch einen höheren Grad der staatlichen Integration kann die Währungs­union und der von ihr konstituierte Binnen­markt überleben. Diese europäische Integra­tion muss aber zugleich eine Umkehr der bisherigen Wirtschaftspolitik beinhalten.

 

Lucas Zeise hat viele Jahre mit der Berichterstattung über Banken, Börsen und Finanzen in verschiedenen Wirtschaftszeitungen verbracht. Er war an der Gründung der Financial Times Deutschland beteiligt und schreibt dort noch heute regelmäßig eine Kolumne. im März erscheint sein Buch "Euroland ist abgebrannt: Opfer - Profiteure - Alternativen" im Papyrossa-Verlag

 

Veranstaltet vom Rosa-Luxemburg-Club Bochum und Bahnhof Langendreer