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Termin Informationen:

  • So
    27
    Nov
    2022

    Rabiye Kurnaz gegen George W. Bush

    17:00 Uhrsweet sixteen, Kino im depot,

    Der  Humanistische Verband Nordrhein-Westfalen startet in Kooperation mit Kids Courage und „Die Sozialistische Jugend Deutschlands – Die Falken“ ihr Filmfestival zum Jahrestag der UN-Kinderrechtskonvention. Die Filme beschäftigen sich auf ganz unterschiedliche Arten und Weisen mit den Rechten von Kindern. Zu jeder Filmvorführung wird es eine altersgemäße, inhaltliche Einführung geben, in der auf die jeweiligen Rechte eingegangen wird und die Themen des Filmes dargestellt werden. Eintritt pro Film: 1 Euro.

    Seit 1990 ist der 20. November der Internationale Tag der Kinderrechte. Die UN-Kinderrechtskonvention ist in der Zwischenzeit von 195 Staaten ratifiziert worden. Mit ihrer Ratifizierung im Jahr 1992 hat sich die Bundesrepublik dazu verpflichtet, die Rechte von Kindern zu achten, zu schützen und zu fördern. Gemäß der UN Kinderrechtskonvention gelten alle Menschen unter 18 Jahre als Kinder und haben demnach Anspruch auf die Umsetzung ihrer Rechte. Die Kinderrechtskonvention sichert den Schutz, die Versorgung und die Beteiligungsrechte von Kindern. Unter anderem vom Recht auf elterliche Sorge, gewaltfreie Erziehung oder dem Recht auf Information und Religionsfreiheit bis hin zum Recht auf Spielen und Freizeit handelt die Konvention.
    Kinderrechte sind Menschenrechte.

    Darsteller: Meltem Kaptan, Alexander Scheer, Charly Hübner

    Die Türkin Rabiye Kurnaz führt in ihrem Bremer Reihenhaus das einfache Leben einer bescheidenen Hausfrau. Ihr Leben ändert sich jedoch schlagartig, als ihr Sohn Murat  kurz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 des Terrorismus bezichtigt und ins Gefangenenlager Guantanamo verfrachtet wird. Für die Deutsch-Türkin gibt es nur einen Weg: Sie muss bis ins Herz der Weltpolitik vordringen und findet sich schon bald in Washington vor dem Supreme Court wieder. An ihrer Seite steht der Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke, mit dem sich die Frau ganz  wunderbar in die Haare bekommen kann. Mit der Zeit wächst das ungleiche Duo aber immer weiter zusammen und es entsteht eine außergewöhnliche Freundschaft.

    Konstruktiver Zorn

    Es ist eine dieser Geschichten, die jeden Menschen, der auch nur über ein minimales Gerechtigkeitsempfinden verfügt, einfach wütend machen muss: Das amerikanische Gefangenenlager in Guantanamo, wo zwar auch tatsächliche Terroristen, aber vor allem auch viele bloß Verdächtigte unter unmenschlichen Bedingungen inhaftiert und gefoltert wurden. Einer der ersten Häftlinge war der Bremer Murat Kurnaz, der Anfang Oktober 2001 in Pakistan verhaftet wurde.

    Wie seine Mutter und ein Anwalt ihn nach jahrelangem Kampf gegen die bürokratischen und politischen Instanzen endlich frei bekamen, schildert Andreas Dresen in seinem betont nüchternen (Justiz-)Drama „Rabiya Kurnaz gegen George W. Bush“, der lange braucht, um mehr zu werden als eine bloße Nacherzählung haarsträubender Ereignisse, dann aber am Ende auf berührende Weise zeigt, dass es sich (manchmal) lohnt, den Glauben an Gerechtigkeit doch nicht aufzugeben.

    Oktober 2001. Rabiye Kurnaz ist eine Hausfrau mit drei Kindern aus Bremen, ihr Mann arbeitet im Schichtbetrieb bei Mercedes. Als ihr Ältester Murat über Nacht wegbleibt, erwischt sie ihn gerade noch per Telefon am Flughafen Frankfurt. Doch dann reißt der Kontakt ab – und zwar für fünf Jahre. Es dauert, bis Rabiye erfährt, dass ihr Sohn verhaftet und auf die amerikanische Militärbasis Guantanamo gebracht wurde, wo er außerhalb des amerikanischen Rechtssystem ohne anwaltlichen Beistand und sonstige Rechte inhaftiert ist.

    Bei den deutschen Behörden hat Rabiye wenig Hilfe zu erwarten, denn Murat ist offiziell türkischer Staatsbürger. Doch dann trifft sie auf den Bremer Menschenrechtsanwalt Bernhard Docke, der eigentlich einen anderen Termin hat – aber dann doch zuhört. Gemeinsam zieht das ungleiche Duo durch die Instanzen, verklagt schließlich sogar den damals amtierenden amerikanischen Präsidenten George W. Bush – und bekommt Recht! Doch selbst diese Entscheidung vom obersten Bundesgericht der USA bedeutet nicht automatisch, dass Rabiye ihren geliebten Sohn endlich wieder in ihre Arme schließen kann.

    Michael Meyns