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Termin Informationen:

  • Mi
    28
    Feb
    2024

    Wie Europa Afrika unterentwickelte

    19:00 UhrBahnhof Langendreer, Wallbaumweg 108, Studio 108

    Im November 2023 ist das Buch beim unabhängigen Berliner Manifest Verlag erschienen. Neben einer komplett neu angefertigten Übersetzung des Haupttextes von Walter Rodney werden drei weitere, neu verfasste Beiträge veröffentlicht, die die Brücke vom Jahr der Erstveröffentlichung (auf Deutsch 1973 unter dem Titel „Afrika – Die Geschichte einer Unterentwicklung“ bei Wagenbach) zur heutigen Auseinandersetzung mit Rassismus, Neokolonialismus und dem Kampf dagegen schlagen. Die Autor*innen stellen die Kapitel und Arbeit zur Neuübersetzung vor.

    Mit Bafta Sarbo (Autorin), René Arnsburg (Verleger).

    In Kooperation mit der Rosa-Luxemburg-Stiftung NRW

    Buchbeschreibung

    Wie Europa Afrika unterentwickelte ist ein ambitioniertes Meisterwerk der politischen Ökonomie, das die Auswirkungen der Sklaverei und des Kolonialismus auf die Geschichte des internationalen Kapitalismus beschreibt. In diesem Klassiker legt Rodney unbeirrbar dar, dass die „Fehlentwicklung" Afrikas keine natürliche geographische Eigenheit, sondern das direkte Resultat der imperialistischen Ausbeutung des Kontinents ist, die bis heute anhält. Durch seine akribische Recherche bleibt Wie Europa Afrika unterentwickelte eine nach wie vor relevante Studie zur sogenannten „Großen Kluft" und eine zuverlässige Quelle, wenn es darum geht, ein Verständnis für die Verschärfung der globalen Ungleichheit in heutiger Zeit zu entwickeln. Gleichzeitig räumt Rodney mit dem weit verbreiteten Irrtum auf, dass die ökonomische Ausbeutung des afrikanischen Kontinents auf rassistischen Einstellungen von Herrscher*innen der entwickelten kapitalistischen Länder beruht. Viel mehr bringt er den Leser*innen die Methode nahe, Unterdrückung als etwas zu verstehen, das auf Ausbeutung beruht und nicht umgekehrt. Für das Verständnis von Rassismus heute und seine Funktion im Kapitalismus ist das eine grundlegende Voraussetzung.
    Das Buch wird unter einem neuen Titel und komplett neuer deutscher Übersetzung veröffentlicht. Zusätzlich zum Hauptwerk enthält das Buch Texte von Bafta Sarbo zum Leben und politischen Wirken Rodneys, eine Analyse des Imperialismus und des Widerstands im heutigen Afrika von Peluola Adewale Nigeria, sowie einen Beitrag zu Rodney, der Permanenten Revolution und dem Kampf für den Sozialismus von René Arnsburg.

    Autor*innen

    Walter Rodney

    In seinem kurzen Leben entwickelte sich der aus Guyana stammende Intellektuelle Walter Rodney zu einem der führenden Denker und Aktivisten der antikolonialen Revolution und führte Bewegungen in Nordamerika, auf dem afrikanischen Kontinent und in der Karibik an. Seine Deportation war der Auslöser für die bedeutendste Rebellion des 20. Jahrhunderts in Jamaika, die Rodney-Unruhen von 1968, und sein wissenschaftliches Werk lehrte eine ganze Generation, wie man Politik auf internationaler Ebene verstehen kann. Im Jahr 1980, kurz nach der Gründung der Working People‹s Alliance in Guyana, wurde der 38-jährige Rodney ermordet.

    Bafta Sarbo

    Sozialwissenschaftlerin, lebt in Berlin und beschäftigt sich mit marxistischer Gesellschaftskritik, (Anti-)Rassismus, Migration und Polizeigewalt. Politisch ist sie unter anderem aktiv im Vorstand der Initiative Schwarze Menschen in Deutschland. 2022 erschien der von ihr und Eleonora Roldán Mendívil herausgegebene und viel beachtete Sammelband »Die Diversität der Ausbeutung« im Dietz Verlag Berlin.

    Peluola Adewale

    National Organiser des Democratic Socialist Movement (DSM), Mitglied des Committee for a Workers' International (CWI) in Nigeria.

    René Arnsburg

    Mitglied des Bundesvorstands der Sozialistischen Organisation Solidarität und in verschiedenen Gremien der Gewerkschaft ver.di aktiv. Er arbeitet für den Manifest Verlag, bei dem 2017 sein erstes Buch »Maschinen ohne Menschen« erschien.

    Übersetzt von Andreas Brandl