Generation haram

Veranstaltung im Rahmen von europa:westfalen – literaturfestival [lila we:] 2021

Melisa Erkurt ist als Kind mit ihren Eltern aus Bosnien nach Österreich gekommen. Sie hat studiert. Sie arbeitet als Lehrerin und Journalistin (ORF-Report). Sie hat es geschafft. Doch sie ist eine Ausnahme. Denn am Ende eines Schuljahres entlässt sie die Klasse mit dem Wissen, dass die meisten ihrer Schüler*innen nie ausreichend gut Deutsch sprechen werden, um ihr vorgezeichnetes Schicksal zu durchbrechen. Hier wächst eine Generation ohne Sprache und Selbstwert heran, der keiner zuhört, weil sie sich nicht artikulieren kann. Über den „Kulturkampf“ im Klassenzimmer befinden einstweilen andere. Mit „Generation haram. Warum Schule lernen muss, allen eine Stimme zu geben“ leiht Melisa Erkurt ihre Stimme den Verlierer*innen des Bildungssystems. Nicht sie müssen sich ändern, sondern das System Schule muss neue Wege gehen, so Erkurt. Auch in Deutschland und anderen europäischen Ländern steht die Frage nach gelingender Integration im Fokus. Eine Studie des europäischen Informationsnetzwerks Eurydice zeigt, dass in fast allen Ländern die Quote derjenigen, die Schule und Ausbildung ohne Abschluss verlassen, bei der im Ausland geborenen Bevölkerung höher ist als bei der einheimischen. In Deutschland liegt sie bei 23,1 Prozent, in Spanien und Italien bei über 30 Prozent.

Die Veranstaltung findet live via Zoom statt. Den Link zum Meeting finden Sie hier.

Eine Veranstaltung im Rahmen von europa:westfalen – literaturfestival [lila we:] 2021, gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, die LWL-Kulturstiftung und den Landschaftsverband Westfalen-Lippe.