Riders of Destiny – Zum internationalen Tag gegen Kinderarbeit


DARSTELLER:

Firman, Romi Perbawa, Sila


AUS DEM INHALT:

Die Haut der Knöchel an der kleinen Hand ist weiß, weil die kurzen Finger sich in die Mähne des Pferdes krallen. Die Augen des Jungen sind weit aufgerissen. Er starrt durch die Löcher seiner Wollmütze, um nicht zu verpassen, wenn das Starttor aufgeht. Immer wieder schlägt das Pferd aus. Zwei Männer kämpfen mit dem panischen Tier, weil es sich nicht in die Startbox zwängen lassen möchte. Es bäumt sich auf. Dann ein Knall. Schwere Steine an Stahlseilen ziehen das Tor blitzschnell nach oben. Pferd und Reiter preschen los. Insgesamt fünf Pferde und ihre jungen Jockeys galoppieren auf die Rennbahn. Durch den wilden Start kommt es zu einer Berührung zwischen den aufgebrachten Pferden. Die kleinen Jockeys versuchen die Tiere wieder in die Spur zu zwingen und der Junge verliert dabei fast das Gleichgewicht. Es wäre nicht der erste Sturz bei diesen Rennen und nicht das erste Kind, das dabei schwere Verletzungen erleidet – oder sogar stirbt. Die Szene haben wir in Bima beobachtet, auf der indonesischen Insel Sumbawa. Der Junge heißt Firman, er ist gerade 6 Jahre alt und einer von vielen Kinderjockeys dort.

Der Dokumentarfilm „Riders of Destiny“ folgt ihm und einem anderen Jungen, dem 7-Jahre alten Sila, in ihrem Arbeitsalltag während einer Saison der traditionellen Pferderennen. Sumbawa ist eine der ärmsten Regionen Indonesiens und es ist schwer, dort Geld zu verdienen. Das Bildungsniveau ist sehr niedrig, und Jockey zu werden ist oft die einzige Option für verarmte Familien. So ist es seit Jahrhunderten. Auch die Väter und Großväter der Kinder waren bereits Jockeys. Aber mittlerweile werden die Kinder immer jünger. Während ihre Vorfahren mit 10 Jahren anfingen, werden die jungen Jockeys heute schon mit 3 Jahren trainiert, und bestreiten mit 5 Jahren die ersten Rennen. Riders of Destiny folgt dem 6-jährigen Firman und dem 7-jährigen Sila in ihrem Arbeitsalltag als Jockeys.

Vor 3 Jahren stieß Regisseur Michael Niermann zufällig auf einige dieser Bilder, und er war sofort gefesselt von den Fotos und vor allem von den kleinen Reitern. Er nahm Kontakt zu Romi auf, und flog schon wenig später mit Produzent Ansgar Pohle nach Sumbawa, um Romi zu treffen und auch die kleinen Reiter kennen zu lernen. Dies war der Startschuss für den Dokumentarfilm „Riders of Destiny“. Nach fast 3 Jahren Produktionszeit wurde dieser im Frühjahr 2019 fertiggestellt.


Im Anschluß erfolgt ein Filmgespräch mit dem Regisseur. Eintritt normal 7€, ermäßigt 6€.