simon schaupp: ’stoffwechselpolitik‘

autorenlesung Eintritt: 15 € / ermäßigt: 12 €

In unserer Lesungsreihe zum Thema „Arbeit“ begrüßen wir diesmal den Soziologen Simon Schaupp. Er liest bei transfer. aus seinem Buch ‚Stoffwechselpolitik‘:

„Wenn wir die ökologische Krise verstehen wollen, müssen wir die Arbeitswelt verstehen. Denn es ist die Arbeit, durch die Gesellschaften laut Karl Marx ihren Stoffwechsel mit der Natur vollziehen. Arbeitspolitik ist daher für Simon Schaupp stets auch Umweltpolitik – oder „Stoffwechselpolitik“. Dabei spielt die Natur selbst eine aktive Rolle: Je weiter ihre Nutzbarmachung vorangetrieben wird, desto drastischer wirkt sie auf die Arbeitswelt zurück.
Wie produktiv diese Perspektive ist, zeigt der Soziologe an einer Vielzahl historischer Beispiele: Ohne Moskitos sind weder Aufstieg noch Niedergang der Plantagenwirtschaft zu verstehen. Die Durchsetzung der Gewerkschaften wurde unter anderem durch die neuen Machthebel möglich, welche die materiellen Eigenschaften der Steinkohle den Beschäftigten an die Hand gaben. Und auch das Fließband wurde nicht zuletzt deshalb eingeführt, weil sich in frühen Schlachtfabriken infolge von Streiks verwesende Tierkadaver stauten. Soll die Erderwärmung zumindest verlangsamt werden, setzt dies für Schaupp eine Transformation der Arbeitswelt voraus: Wir müssen die Logik der expansiven Nutzbarmachung überwinden und die Autonomie der Natur ernst nehmen.“ (Quelle: Suhrkamp Verlag)

Der Autor ist Oberassistent am Lehrstuhl für Sozialstrukturanalyse der Universität Basel. Er forscht vor allem zur Transformation der Arbeitswelt, zur Digitalisierung und zur ökologischen Krise. Seine 2021 erschienene Dissertation ‚Technopolitik von unten‘ wurde mehrfach ausgezeichnet.

Die Veranstaltung findet in Kooperation mit dem Fritz-Hüser-Institut statt.

Karten für unsere Veranstaltungen erhalten Sie sowohl in unserem Webshop als auch in der Buchhandlung.

Foto: © Universität Basel